Geräte-Test "Modifkation Teac C-1D"

Die Fachzeitschrift "HÖRERLEBNIS" schreibt:

 
   

Eine Klasse für sich

von Alexander Aschenbrunner

Der CD-Player C-1D von Teac ist im Grunde ein Gerät der 400-Euro-Klasse. Als Baustein der 1D-Serie von Teac fällt er mit seinem sehr wertigen Erscheinungsbild auf. Die Verarbeitungsqualität erstaunt angesichts der Preisklasse. Eine massive Alu-Frontplatte ist hier nicht unbedingt üblich. Ordentliche Gerätefüße sind ebenfalls meist Mangelware, nicht so hier. Daß Teac, einer der Global-Player in der Herstellung von CD-Laufwerken, das nötige Rüstzeug mitbringt, ist nicht unbedingt jedermann bekannt. Legendär sind die VRDS-Laufwerkseinheiten dieses Herstellers. Schließlich bedient sich auch Wadia bei diesen Laufwerkstypen. Klar- zu einem anderen Preis. Derartig highendige Laufwerkskomponenten kann natürlich niemand in der Preisklasse des C-1D erwarten, solide Arbeit aber schon. Dies war der eine Grund, warum sich WBE diesem Modell in Form eines Tunings widmete. Ein anderer ist die Tatsache, daß von diesem Player mittlerweile sehr viele Geräte verkauft wurden, was ein entsprechendes Potential an Tuning-Interessenten sicherstellen dürfte.

Walter Bret reizte es nun, einmal auszuprobieren, "was hier geht". Natürlich kann in dieser Beschreibung nicht in aller Gänze über die einzelnen Schritte berichtet werden. Dennoch, der Tuningansatz ist klassisch. "Bei Digitalgeräten liegt in einer geschickten Masseführung und Erdungsverdrahtung erhebliches Klangpotential", so Walter Bret in einem Gespräch mit mir. Das ursprüngliche, in dieser Klasse allgemein übliche, zweiadrige Netzkabel wird durch das hauseigene dreipolige WBE-Netzkabel (WBE-typisch natürlich am Netzteil direkt installiert) ersetzt und damit einhergehend besteht nun auch sofort eine normgerechte Erdung. Beziehungsweise werden die richtigen Masseverhältnisse geschaffen - jetzt ist nämlich wirklich geerdet. Das Ergebnis allein dieser Maßnahme ist ein Gewinn von 10dB Fremdspannungsabstand, oder, deutlicher ausgedrückt: Das sind ca. 66 Prozent weniger an Klirr- und Brummgeräuschen gegenüber dem Seriengerät. Das ist nicht nur ein Wort, sonder ein Statement! Selbstredend vergrößert WBE die Netzteilkapazität. Ein besonderes Augenmerk widmet der Hersteller den Ausgangsverstärkern. Die vorhandene Serienbestückung wird "gnadenlos" durch sehr gute Burr-Brown's ersetzt. Kabel, die sich zuvor gegenseitig beeinflußt haben, (analog/digital) werden räumlich voneinander getrennt und der vorhandene Kopfhörerausgang stillgelegt. Weitere, diverse "Spezialitäten" auf der Platine sollen hier nicht verraten werden...

Im Gespräch mit Walter Bret merkt man schnell den Detailliebhaber und so ist es nicht verwunderlich, wenn er auch einen Blick auf das Blech des Gehäuses verliert. Jedes Gehäuse gilt als Resonator. Je dünner, desto resonierender - das ist wahrlich kein Geheimnis, die Abhilfe per Dämmung allerdings ebensowenig. Hier kommen geeignete Teermatten aus der Schalltechnik zum Einsatz. Auch als Schwerfolie bekannt, wird nun im Gehäuse damit recht großzügig umgegangen. Als Ergebnis erhält man eine dadurch eindeutig meßbar herabgesetzte Gehäuseresonanzfrequenz. Damit werden automatisch die natürlichen Resonanzen innerhalb des Gehäuses stark bedämpft - was sich ebenfalls klanglich positiv bemerkbar macht. An der Laufwerkseinheit selbst mußte nichts gemacht werden. Die solide gefertigte Großserientechnik bedarf grundsätzlich keiner Verbesserung. Wohlwollend nahm ich den sauberen Lauf der Schublade zur Kenntnis. Ein ebenso leichtes wie leises "ssst" - für offen und "ssst" für geschlossen ... sehr gut gemacht. Das ganze Gerät erstaunt übrigens durch eine sehr sympathische Ansicht - aufgeräumt und damit übersichtlich, nichts Überflüssiges, keine Spielereien - schlicht: ein sehr hübsch gemachtes, soll heißen: anzuschauendes Gerät.

Kommentar

Zur Sache: Walter Bret vesprach mir ein "erstaunlich musikalisches Gerät". Er hat Wort gehalten. Nach einer Stromfließzeit von ca. 50 Stunden haben sich die Elektronen im Gerät ausgerichtet und es konnte Musik gehört werden. Das Hörprogramm besteht natürlich aus allen erdenklichen Richtungen. Des Herstellers Wort im Ohr tätige zu Beginn einen Griff "in die Giftecke". Echt "bescheiden" aufgenommene CDs kommen zuerst zum Einsatz. Sehr gut, solche "Sirenen" zeigt mir der Teac C-1D/WBE sofort auf, also wieder weg mit derartigem Tonträgermaterial. Auf zu etwas viel Feinerem: "shining on you" von Viktoria Tolstoy (www.actmusic.com) verlangt nach einem feinfühligen und dabei doch sehr rhythmischen Wiedergabegerät. Und so wurde der Track Nr.6 "wake up song" für mich zum Programm. Nicht nur der Song "weckte" mich, sondern vor allem die musikalischen Eigenschaften dieses getunten CD-Players, die in dieser Preisklasse wohl so leicht nicht vorkommen, lassen mich erstaunt aufhorchen. Die Stimme der Interpretin wird sehr natürlich dargestellt, der Klangraum verfügt über eine nachvollziehbare Weite und Tiefe und ist sauber durchgezeichnet. Was für ein Unterschied zum Seriengerät! Dort wird nämlich bei solch musikalischer Kost oftmals der klassentypische "in den Randbereichen unsaubere, helle Klang" präsentiert. Allein dieser frappante Unterschied rechtfertigt schon das Tuning. Bei Klavieranschlägen wird dies ebenfalls sehr hörfällig. Die Wiedergabequalität eines CD-Players wird bei derartigem Musikmaterial schonungslos offengelegt - es ist keine Kunst, derartige Differenzen dann wahrzunehmen. Dies ist eigentlich ganz leicht, es braucht nur etwas Übung - jeder kennt schließlich Klavieranschläge. Cellosonaten reiche ich als nächste Hürde dem kleinen Digitalen. Erstens nimmt er sie, zweitens gibt er sie wieder. Mir scheint, als ob gerade diese Art von Musik sein Metier darstellt. Er ist hier in der Lage die Schwingungen der Saiten hörbar zu machen und die resonierenden Holzkorpi der Instrumente glaubhaft in den Raum zu stellen. Vivaldis "Vier Jahreszeiten" in der Interpretation von Nigel Kennedy wird in einer teilweise atemberaubend schnellen Spielweise dieses Musikers ganz leicht und locker präsentiert. Ich könnte jetzt noch weitere Beispiele aufzählen, immer gelange ich zum gleichen Ergebnis: Dieser getunte CD-Player ist nicht nur Klasse, nein, er ist eine eigene Klasse - ohne jeglichen Okkultismus.

Fazit

Es ist immer wieder erstaunlich, was Tuning ausmachen kann, wenn der Ansatz stimmt. Der Teac C-1D in der überarbeiteten Fassung von WBE hat sich eine eigene Klasse geschaffen. Vielleicht wird dies anhand eines Beispieles deutlich:
Ungetunt befindet sich dieser CD-Player in der "Smart-Klasse". Getunt irgendwo zwischen "C- und E-Klasse". Nun, wer unbedingt die "S-Klasse" haben will, muß diese dann auch bezahlen und deshalb über das nötige Kleingeld für den Erwerb verfügen. Der Preis für das WBE-Tuning dieses Gerätes beträgt faire 299 Euro und ist in meinen Augen angesichts des erreichten musikalischen Ergebnisses geradezu unverschämt günstig. Denn dafür erhält der Besitzer eines solchen CD-Players in der WBE-Version ein digitales Gerät zurück, das zu einer beeindruckend spielfreudigen musikalischen Klangerscheinung geworden ist. Nach dieser elektronischen Kur ist der CD-Player nicht mehr genau zu klassifizieren - klanglich ist er ohnehin nicht mehr wiederzuerkennen. Einerseits viel zu gut für die ursprüngliche Version (ganz ehrlich - "höllisch gut"), andererseits noch nicht gut genug für die "ganz großen" Mitspieler seiner Zunft ("Gott sei Dank") und vielleicht wurde deswegen, gerade zu diesem Tuningpreis, von WBE eine eigene Klasse geschaffen.  AA

Share by: